Durch den strömenden Regen gegen Westen

Am Montag wurden wir mit eine Regenbogen beglückt, wenn man dabei von Glück reden kann. Fakt ist, es war regnerisch und unbeständig. Einige Teilnehmende unserer Reisegruppe hatten in der Nacht mehr mit Mücken zu kämpfen als zu schlafen. Entsprechend waren die Energiereserven. Wir beschlossen uns nach 1.5 Tagen des intensiven Wissentransfers über Sardinien mit einem gemeinsamen Mittagessen auf die Verabschiedungszeremonie vorzubereiten.

Wer in Italien gut essen will, hält sich an das Buch der Bücher: die Bibel der Osterien, Osterie d’Italia! Der nächstgelegene Ort mit einer im Führer empfohlenen Osteria war Aggius. Nach einem Spaziergang durch mondartige Felsenlandschaften und dem Besuch des künstlichen Weiers mit vielen Wasserschildkröten und ein paar Enten landeten wir schliesslich in der Trattoria Il Mosto. Wir hatten keine Reservation und entsprechend Glück einen Tisch zu bekommen. Alle nach uns ohne Reservation wurden abgewiesen. Das Essen war sehr gut, der Wein auch. Und wir hätten Glück, im Trockenen zu sitzen, während draussen ein zünftiges Gewitter vorbeizog. Das Essen war vorzüglich. Kalbszunge mit Salsa verde und Spanferkel, das überhaupt nicht trocken war.

Vor der Verabschiedungszeremonie wollten wir gemeinsam noch den Wassertank des Campers auffüllen. Doch die Quelle, die im Führer angegeben war, ist versiegt. Auf den Fall sprudelte an besagtem Brunnen kein Wasser. Auf dem Trockenen sassen wir trotzdem nicht. Es regnete wieder in Strömen. Wir nutzen das Dach der Tankstelle in Tempio Pausania für die Verabschiedungszeremonie. Peter und Gabriela führen ostwärts mit unserem Peugeot, wo sie am Abend die Fähre nach Livorno nahmen, während wir Richtung Westen führen mit dem Plan, uns einfach treiben zu lassen.

Doch bevor wir gegen Westen fahren konnten, musste ich zum Bahnhof in Tempio Pausania. Und es hat sich gelohnt. Der Moment unserer Ankunft war auch der Moment der Ankunft einer frisch revidierten Dampflok. Der Ablad vom Tieflader verzögerte sich aufgrund des Regens. Die Lok im Dienst zu sehen, wäre aber auf jeden Fall eine weitere Reise wert, den die Strecken führen durch sehr schöne und abwechslungsreiche Landschaften, was auch für die Strassen gilt.

Auf dem Weg zurück zum Camper stand ich knöcheltief im Wasser. Die Abflusskapazitäten sind offensichtlich nicht auf die Menge Wasser vorbereitet, die an diesem Nachmittag über uns niederging. Der Weg zur Küste gegen Westen brachte uns auch besseres Wetter. Und so schlossen wir den Tag mit einem Apéro am Strand ab, bevor wir unseren Stellplatz in bisschen weiter entlang der Küste bezogen.

Strand beim Stellplatz im Abendlicht

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